

Küche | 05.06.2013
Seine Erlaucht gibt sich die Ehre
Anfang Mai habe ich für ein paar Tage Urlaub in Leipzig gemacht. Die Stadt hat manches an Natur und Naherholung zu bieten, man kann sich das alles prima mit dem Rad erobern. Bei schönstem Frühlingswetter strampelten wir also durch den Auwald zum Cospudener See.
Erst fiel mir der würzige Geruch auf, dann sah ich den blühenden Bärlauch. Über große Flächen erstreckte er sich am Waldboden unter den Bäumen – ein toller Anblick!
Ich kenne dieses Kraut erst seit etwa zehn Jahren. Obwohl bereits die Germanen den kräftigen Geschmack und auch die Heilkräfte des Bärlauchs zu schätzen wußten und Karl der Große es auf seinen Landgütern anbauen ließ, geriet es zwischenzeitlich in Vergessenheit. Seit...
MehrKüche | 01.05.2013
Ins Töpfchen mit Köpfchen
Damals in der Grundschule patrouillierte meine Lehrerin über den Pausenhof und durchkämmte die Abfalleimer. Wehe, sie fand darin ein Butterbrot! Dann begann die Fahndung nach seinem ursprünglichen Besitzer, und uns allen wurden die Ohren langezogen. Natürlich kam jedesmal der Spruch von den armen Kindern in Afrika, die sich über so eine Stulle freuen würden. Jawohl, auch über ein dickes, trockenes Graubrot mit Schweinskopfsülze.
Inzwischen sind wir erwachsen und können essen, was wir mögen, aber selbst dann endet oft manches im Müll.
Das zu vermeiden, fängt bereits beim Einkauf an. Größere Mengen sind, auf 100 Gramm heruntergerechnet, meist preiswerter als kleinere...
Küche | 03.04.2013
Ein Plädoyer für mehr Achtsamkeit
Heute nachmittag rief mich meine Tante aus Frankfurt an, weil sie ihrem Ärger und Unverständnis Luft machen wollte. Sie hatte am Sonntag zuvor ein Konzert in Fulda besucht und anschließend in einem Hotel dort übernachtet.
Offensichtlich herrschte in der Stadt nicht gerade touristischer Hochbetrieb: Am nächsten Morgen saßen im Frühstückssaal außer ihr nur noch zehn weitere Leute. Das Buffet hingegen war auf eine ausgehungerte Armee angelegt. Es gab riesige Platten voller Lachs, große Schüsseln mit Rührei und Speck, Quark und Obst, körbeweise Brötchen und Törtchen. „Was passiert denn nachher mit diesen ganzen Dingen?“, fragte meine Tante eine Angestellte. „Das Personal darf...
Küche | 12.03.2013
BACKEN IM NAMEN DES HERRN
Von meinem Besuch der Molkerei Pfund in Dresden, habe ich bereits erzählt. Als ich das Geschäft verließ, fiel mir auf der Straßenseite gegenüber das Schild „Hostienbäckerei“ auf. Ich fragte mich, ob hier tatsächlich die Oblaten für den Gottesdienst gemeint sind oder ob das Wort noch etwas anderes bedeuten kann. Fand es interessant genug, um den Schriftzug zu fotografieren – dachte aber erst wieder daran, als ich neulich die Urlaubsfotos durchsah.
Ich gab den Begriff im Internet ein und ärgerte mich sofort, dass ich nicht mal ein bisschen um die Ecke geschaut hatte. Hier befindet sich tatsächlich die einzige Hostienbäckerei Mitteldeutschlands und das bereits seit 1866. Ebenso wie der...
Küche | 27.02.2013
KURZER BESUCH BEI TANTE EMMA
Dieses Essiggefäß habe ich in einem Laden entdeckt, der sich auf Einrichtung der 50er Jahre spezialisiert hat. Ein Besuch dort ist wie eine kleine Reise zurück in eine Zeit, die einige von uns zwar noch aus Kindertagen kennen, die aber Ewigkeiten zurück zu liegen scheint.
Damals wurden viele Nahrungsmittel lose verkauft: Milch, Essig, Öl, Mehl, Zucker, Senf…
Die Käufer brachten ihre eigenen Behältnisse dafür mit und verwendeten sie immer wieder. Der Ladenbesitzer und seine Frau, vielleicht auch eine Angestellte, holten das Gewünschte aus den Regalen, verpackten es und hielten derweil einen Schwatz mit der Kundschaft. Von 13.00 bis 15.00 Uhr gab es eine Mittagspause, am...
Küche | 06.02.2013
ZUM FRESSEN GERN
Wenn zwei Menschen sich näher kommen, sind häufig Lebensmittel im Spiel. Man geht etwas essen oder etwas trinken und kommt vielleicht noch auf einen Kaffee mit ’rauf. Spätestens an diesem Punkt sollte den Beteiligten klar sein, dass es von jetzt an nicht mehr wirklich um belebende Getränke geht – den besagten Kaffee gibt es wahrscheinlich erst am nächsten Morgen zum gemeinsamen Frühstück.
Was bestelle ich beim ersten Date? Das ist ein Thema, mit dem sich Knigge-Experten und Romantikprofis ausgiebig beschäftigen. Abgeraten wird einstimmig von Mohn, da sich die kleinen, schwarzen Kügelchen mit ziemlicher Sicherheit unschön in die Zahnzwischenräume...
Küche | 23.01.2013
PFUNDIG
Auf meiner langen Liste von Orten, die ich einmal besichtigen möchte, konnte ich am vergangenen Wochenende hinter einem Eintrag ein kleines Häkchen machen. Endlich habe ich Pfunds Molkerei in Dresden besucht!
Der anerkannt schönste Milchladen der Welt – er steht sogar im Guinness-Buch der Rekorde - wurde 1880 eröffnet und komplett mit handbemalten Fliesen der Dresdner Steingutfabrik Villeroy & Boch gestaltet. Boden, Wände, Decke, Verkaufstresen: überall ranken sich bunt und üppig blumige Ornamente um kleine Engel, Tiere und Arbeits-Szenen aus der Milchwirtschaft.
Die Geschäftsgründer, Paul Gustav Leander Pfund und sein Bruder Friedrich, waren nicht nur bei der Innenausstattung auf visionärem Kurs. Ihr Anliegen war es,...
Rezepte | 09.01.2013
EISKALT ERWISCHT: DER KÜHLSCHRANK-PROFILER AUF HEISSER SPUR, FALL 1
„Elegant kochen ohne Schnickschack“, so heißt ein Buch des inzwischen verstorbenen Münchener Modezars Rudolph Mooshammer, Untertitel: „Zurück zum Wesentlichen“. Wir streichen die Wörter „elegant“ und „kochen“, und schon sind wir bei diesem Kühlschrank.
Sein Besitzer – wahrscheinlich ein Mann - hat es gerne überschaubar. Der Aufschnitt ist vorbildlich in einer Tupperdose verstaut, in der sich ganz vorne, wie ich annehme, eine Teewurst durchzeichnet. Hier werden Stullen geschmiert, für die Arbeit, für unterwegs, in ruhiger Sorgfalt und mit Liebe. Da darf es gerne ein Deko-Klecks Senf oder eine gefächerte Gewürzgurke sein. Typ solider Klassiker, keine Experimente. Aber Butter, wo ist die Butter zu den Broten? Natürlich ist Butter...
Küche | 18.12.2012
AUF DIESEM BILD HABEN WIR EINE WEIHNACHTSGURKE VERSTECKT
Die Amerikaner glauben, es sei ein uralter deutscher Brauch, die wenigsten Deutschen wiederum haben bislang davon gehört – und halten das Ganze eher für eine verrückte amerikanische Idee: die Sache mit der Weihnachtsgurke. Irgendwo im üppig dekorierten Weihnachtsbaum wird eine Gewürzgurke versteckt. Wer sie als erstes findet, erhält ein kleines Extra-Geschenk.
Angeblich geht das Ganze auf einen deutschstämmigen Amerikaner zurück, der im Bürgerkrieg in Gefangenschaft geriet und Hunger und Durst leiden musste. Er bettelte seine Wärter um Essen und Trinken an, wurde aber verhöhnt und bekam spöttisch eine einzige saure Gurke gereicht. Diese Gurke allerdings...
Küche | 12.12.2012
ZUFALL IST DER BESTE KOCH
Manch bahnbrechende Entdeckungen sind aus Zufall oder einem Missgeschick hervorgegangen.
Als Christoph Kolumbus 1492 einen neuen Seeweg nach Indien suchte, entdeckte er vollkommen absichtslos Amerika. Das Penicillin verdanken wir einer Nachlässigkeit seines Erfinders Alexander Fleming. Teflon ist ein Abfallprodukt aus der Weltraumforschung, und Haftnotizen sind die brauchbare Nebenerscheinung eines fehlgeschlagenen Klebstoffexperiments.
Auch in der Rezeptentwicklung dürfte manches Versehen zu köstlichen Ergebnissen geführt haben. So wie bei mir neulich.
Ich kam mit dem Fahrrad vom Supermarkt. Nasses Laub, neue Bremsen und ein Fußgänger, der blindlings auf den Radweg lief – zack, da lag ich nun. Das rechte...
Rezepte | 28.11.2012
VON TELEFONATEN MIT MEINEN ELTERN UND KOSTBAREN GEWÜRZEN: WARUM GIBT MAN SEINEN SENF DAZU?
Wenn ich mit meinen Eltern telefoniere, läuft das meistens folgendermaßen: mein Vater nimmt den Hörer ab, sagt: „Na, alles klar?“ und fährt fort, ohne eine Antwort abzuwarten. „Ich geb´ Dir mal die Mama“. Sobald meine Mutter und ich dann unser Gespräch beginnen, ruft er aus dem Hintergrund Kommentare dazwischen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem wir zwei Mädels gleichzeitig aufstöhnen: „Hör´ endlich auf, Deinen Senf dazu zu geben!“
„Warum sagt man das eigentlich: seinen Senf dazu geben?“
Im Wörterbuch der Brüder Grimm wird diese Redewendung, die vermutlich aus dem 17. Jahrhundert stammt, noch sehr viel freundlicher interpretiert als heute. So wie der Senf einer faden Speise Pepp verleiht, so würzt jemand,...
Rezepte | 14.11.2012
ICH SCHEUER DIR GLEICH EINE: ABENTEUER ABWASCH
Das Thema Abwasch hat bereits WGs scheitern lassen, Beziehungen auf ernstzunehmende Proben gestellt und Bürogemeinschaften in feindliche Lager gespalten. Sollten deswegen sogar Kriege ausgebrochen sein, würde mich das überhaupt nicht wundern.
Erstaunlich, dass eine so zivilisierte Errungenschaft wie das Spülen von Geschirr zuweilen höchst unzivilisiertes Verhalten nach sich zieht. Vielleicht spricht man genau deshalb davon, „jemandem eine zu scheuern“, wenn man sein Gegenüber mitten ins Gesicht schlägt.
Unsere Arbeitsgemeinschaft funktioniert unproblematisch - solange es nichts abzuwaschen gibt. Wenn Kollege A die Kaffeetassen nicht gerade neben seinem Rechner...
Küche | 31.10.2012
BUTTER BEI DIE FISCHE!
„Du bist ja inzwischen schon eine Ewigkeit mit K. zusammen“, leitet Laura ein Gespräch ein. Ich weiss, was gleich kommt, und bin jetzt schon genervt.
„Wollt ihr eigentlich nicht mal zusammen ziehen?“
„Nein“, sage ich, noch bevor sie ihren Satz beendet hat.
„Warum nicht?“ fragt Laura.
„Never change a running system“, antworte ich.
„Und wie sieht K. das?“
„Ganz genauso. Deshalb sind wir schliesslich auch schon eine Ewigkeit zusammen.“
Wir führen diese Debatte nicht zum ersten Mal. Es macht mich aggressiv, wenn ich gegenüber meiner besten Freundin mein grandios funktionierendes Privatleben rechtfertigen muss.
„Warum sträubst du dich eigentlich immer so...
Küche | 17.10.2012
PHÄNOMEN KÜRBIS
Meine Mutter war Biologielehrerin. Also wurden wir während der Sonntagsspaziergänge auf Pflanzen am Wegesrand aufmerksam gemacht, lernten, eine Eiche von einem Ahorn zu unterscheiden und hatten eine Venus-Fliegenfalle auf der Küchenfensterbank stehen, vor der ich mich immer ein bisschen fürchtete.
Außerdem erinnere ich mich an Kürbiszüchtungen in Blumenkästen auf dem Balkon. Diese Kürbisse, so schien es mir, wuchsen rasend schnell. Kaum hatten wir die Kerne vergraben, bohrten sich auch schon die ersten dünnen Blättchen aus der Erde, und bald rankte es wild und ungezügelt, blühte und trug kleine Zier-Früchte. Spötter behaupten: wer es nicht schafft, einen Kürbiskern zum Keimen...
Rezepte | 26.09.2012
SAVE THE DATE: TAG DES BUTTERBROTS!
Bald ist es wieder soweit: Am 28.9.2012 feiern die deutschen Bäckereien den Tag des Butterbrots. Seit 1999 werben sie am letzten Freitag im September damit für eine gesunde Pausenmahlzeit. Schon Jahre vorher besang der von mir sehr verehrte Helge Schneider die sinnlichen Qualitäten einer belegten Stulle mit „sexy, sexy Käsebrot“. Das Wort Butterbrot hat als Lehnwort aus dem Deutschen sogar Eingang in die russische Sprache gefunden - buterbrod - und dort eine ganz eigene Sandwich-Tradition inspiriert! Bei uns zuhause war mein Vater für das Abschneiden akurater Graubrotscheiben zuständig – dabei mochte ich die etwas schiefen und ungleichen Schnitten meiner Mutter eigentlich lieber. Besonders schön war es, wenn sich...
MehrProdukte | 26.09.2012
ROSA SALZ UND PETERSILIENSALAT
Laura arbeitet für ein paar Monate in Berlin und wohnt jetzt möbiliert – natürlich! - am Prenzlauer Berg. Also bin ich am Wochenende mal in die Hauptstadt gefahren. Eine Stunde nach meiner Ankunft hatte ich einen Decaf Moccacino mit Sojamilch gegen Aufpreis hinter mir und einen Green Chai Latte Smoothie vor mir stehen und kapiert, daß „kbA“ die Abkürzung für kontrolliert biologischer Anbau ist. „Wo sollen wir denn gleich essen gehen?“ fragte Laura. „Beim Tibeter“, sagte ich, weil ich einen Witz machen wollte und das für eine komplett absurde Antwort hielt. „Och, da war ich erst gestern“, sagte Laura achselzuckend und meinte es vollkommen ernst. Wir schauten uns an und riefen gleichzeitig „Falafel“. Am...
MehrKüche | 19.09.2012
LOB DER EINFACHHEIT
Früher dachte ich, dass man sehr gute Töpfe braucht, wenn man kochen möchte. Außerdem spezielle Messer, besondere Löffel und Kellen – also eine Riesenmenge an Utensilien, bevor es überhaupt losgehen kann. Deshalb habe ich auch nur Toastbrot gegessen oder Dosenravioli erwärmt, etwas anderes habe ich mir gar nicht zugetraut. Inzwischen weiß ich: alles Quatsch. Ich bestreite nicht, dass hochwertiges Küchenwerkzeug Sinn macht – und Spaß dazu. Aber genau wie es Leute gibt, die sich eine wahnwitzig teure Kamera kaufen und dann kein einziges vernünftiges Foto damit schießen, so wird niemand zu einem Sternekoch, nur weil er sich ein Santoku-Messer aus 32 Lagen handgefälteltem Damaszenerstahl mit Ebenholzgriff zulegt. Denn nicht die ...
MehrKüche | 12.09.2012
SAUREGURKENZEIT
Die kleine, grüne Einlege-Gurke ist gar nicht so harmlos, wie man denken könnte. Dieses Kürbisgewächs gehört immerhin zu den wirtschaftlich bedeutendsten Gemüsearten – und ist Namensgeberin für die von Funk und Fernsehen am meisten gefürchteten Wochen des Jahres: das Sommerloch, ala Sauregurkenzeit. Seit dem späten 18. Jahrhundert ist dieser Begriff in Gebrauch, und dafür gibt es drei Erklärungen. Erstens: Als Obst und Gemüse noch ohne den Schutz der Gewächshäuser groß und stark werden mussten und auch nicht um die halbe Welt geflogen wurden, passierten solche Ausrutscher wie „Erdbeeren im Dezember“ nicht. Alles hatte seine Saison....
MehrKüche | 22.08.2012
NUR DIE WURST HAT ZWEI
Meine kosmopolitische Freundin Laura bekam Besuch aus New York. Sie hatte Steve vor einigen Jahren im Flugzeug kennengelernt und war fasziniert von seinem Beruf als Philosoph. Ich auch. Das Wetter war trübe, die Stadt präsentierte sich ungeschminkt. Wir fuhren zum Harburger Hafen, um Gunter Gabriels Hausboot anzugucken, und diskutierten zwischen Wolken, Wind und Wasser die großen Fragen der Menschheit. Dazu tranken wir ein schlimmes Hamburger Bier, weil ich beweisen wollte, daß die Deutschen auch schlechtes Bier brauen können. Steve sprach hervorragend Deutsch und war voller Bewunderung für old Germany und seine großen Denker. Irgendwann fragte ich, was ihm an Deutschland besonders gut gefalle....
MehrKüche | 15.08.2012
AUSGERECHNET BANANEN!
Die Banane dürfte wohl zu den Früchten gehören, über die gerne immer mal wieder ein Witzchen gemacht wird. Kirschrot sind Lippen, auch Erdbeermünder wurden bereits besungen, der Apfel ist das Sinnbild von Sünde und Verführung, und die Birnen wachsen beim gutmütigen Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. All diese Zusammenhänge adeln das betroffene Obst. Die Banane dagegen hat im allgemeinen eher Pech, taucht in albernen Schlagern auf und muss sich auf „Schikane“ reimen lassen. Wäre der Obstkorb ein Hühnerhof, dann wäre die Banane das mickrigste, schwächste und lahmste Geflügel am untersten Ende der Hackordnung. Offensichtliche Gründe dafür gibt es keine. Die verhöhnte Banane hat,...
MehrProdukte | 08.08.2012
ALLEIN UNTER FLEISCHFRESSERN: EIN FLEXITARIER BEIM GRILLEN
Für meine männlichen Bekannten ist diskussionslos klar, was von März bis Oktober an allen Wochenenden stattfindet, an denen es nicht in Strömen regnet und die Temperaturen einigermaßen über 12 Grad liegen: Grillen! Zwar esse auch ich gelegentlich gerne Fisch, Fleisch oder Wurst, aber grundsätzlich gehöre ich eher zur neudefinierten Gruppe der Flexitarier: Tierisches ja, aber selten. Es darf öfter etwas sein, das aus dem Boden heraus oder von den Bäumen herab wächst. Also sorge ich dafür, dass bei diesen Schlachtgelagen stets Leckeres „ohne“ dabei ist. Auch wenn mein Freund mich dann anschaut, als würde ich für die Himalayaexpedition ein Paar Stöckelschuhe einpacken: eine absurde Frauenidee halt. Mein...
MehrProdukte | 01.08.2012
JULIE & JULIA
Der Film stand schon lange auf meiner Liste, gestern habe ich ihn nun angeschaut: „Julie & Julia“. Meryl Streep, wie immer großartig, verkörpert die Amerikanerin Julia Child, die in den 1960er Jahren als populäre Fernsehköchin ihre Nation mit der französischen Küche vertraut machte. Amy Adams spielt die erfolglose Schriftstellerin Julie, die im neuen Jahrtausend die 524 Rezepte aus Childs berühmtestem Buch in 365 Tagen nachkocht, darüber bloggt und damit zum Star wird. Julia Child fand erst verhältnismäßig spät zum Kochen. Sicherlich war dafür hilfreich, dass ihr Ehemann, ein Diplomat, für einige Jahre ins Gourmet-Mekka Paris versetzt wurde… Ein charmanter Film, der mich drei Dinge gelehrt hat: Für...
MehrProdukte | 25.07.2012
SCHNELLER ALS DER PIZZASERVICE: GNOCCHI MIT SCHINKENWÜRFELN UND TOMATEN
Meine Arbeitsräume teile ich mir mit zwei Kollegen, und jeden Mittag lauert die gleiche Frage: "Was essen wir heute?" Wenn es den Herren nach ginge, gäbe es andauernd Pizza vom Lieferservice. Ich sage: abgelehnt! Stattdessen stelle ich mich, sofern meine Zeit es erlaubt, lieber selbst an den Herd. Daher erweitere ich gerne mein Repertoire an Blitzgerichten, die in etwa 20 Minuten dampfend auf dem Tisch stehen. So heiß und so schnell ist keine Lieferpizza, wetten? Heute gab es bei uns frische Gnocchi mit Schinkenwürfeln, Tomaten und einem Hauch Balsamicocreme. Ich bin oft verwundert, daß die geschätzten Kollegen stets behaupten, sie hätten leider gerade sehr viel zu tun und könnten sich nicht um das...
MehrProdukte | 18.07.2012
MIT DEM SENF KAM DIE ERLEUCHTUNG
Ich war um Viertel vor Acht mit Laura fürs Kino verabredet und wollte vorher „noch ganz schnell“ etwas essen. Schwungvoll öffnete ich die Kühlschranktüre; dabei wären mir beinahe die Eier im obersten Fach um die Ohren geflogen. Das sollte eine Warnung sein, aber das begriff ich erst später. Ich türmte alles, was ich in den nächsten vier Minuten achtlos verschlingen wollte, auf meinen linken Arm. Zuoberst jonglierte ich das Senfglas. Als ich die Kühlschranktüre wieder schloss, fiel es - na klar - mit einem satten Klatschen auf den Boden. Das Glas verhielt sich gemäß den Regeln der Physik: es zersprang. Der Senf machte ebenfalls, was ihm die Naturgesetze befahlen: Er verteilte...
MehrProdukte | 10.07.2012
WENN DER KLEINE HUNGER KOMMT: APFEL-MÖHREN-SALAT
Keine Ahnung, wie andere Frauen das schaffen, eine Tasse grünen Tee und einen Reiscräcker zu frühstücken und dann bis zu ihrem Salatblatt am Abend nichts mehr zu essen. Wenn ich morgens gegen halb acht mein Müsli verspeist habe, dann meldet sich spätestens um elf etwas, das ich unter dem Namen „lästiger Hunger“ als regelmäßigen Besucher in meinen Bekanntenkreis aufgenommen habe.
Zwar macht mir Essenszubereitung grundsätzlich Spaß, aber anders als unsere höhlenbewohnenden Vorfahren kann ich mich nicht den ganzen Tag damit beschäftigen. Zahlreiche Bäckereien locken immer und überall mit duftigen Croissants und anderen knusprigen Köstlichkeiten, nur leider machen diese das...
Küche | 04.07.2012
HAUSFRAU RELOADED: DIE SCHÜRZE 2.0
Aus meiner Leidenschaft für Plätzchen mache ich kein Geheimnis. Ich esse sie nicht nur gerne, es macht mir auch großen Spaß, sie zu backen. Außerdem verschenke ich sie großzügig, denn: Alleine essen macht bekanntlich dick, und eine Tüte selbstgemachter Kekse zwischendurch hebt die Stimmung und kann auf gar keinen Fall schaden.
Neulich steckte ein großer Umschlag mit einem Präsent in der Post. Unter dem Geschenkpapier konnte ich Stoff fühlen. Zuerst las ich die Karte. „Danke für die köstlichen Naschereien“, hieß es da. Und weiter: „Wer so gut backt, der soll dabei auch super aussehen.“
Ich zerriss das Papier. Zum Vorschein kam - eine Küchenschürze. Der Anblick beamte mich...





























