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Schwangere und ihr Heißhunger auf Gurken nur ein Mythos?

Schwangere und ihr Heißhunger auf Gurken

nur ein Mythos?

Wenn nach dem positiven Schwangerschaftstest auch der Frauenarzt bestätigt hat, dass ein Kind im Anmarsch ist, stellt sich das Leben eines jeden zukünftigen Elternpaares auf den Kopf. Nicht nur Gedanken über den neuen Wohnraum, die Kindergartenanmeldung und die Entbindung sind Herausforderungen in dieser besonderen Zeit der Vorfreude.

Auch die Ernährung der Schwangeren stellt eine besondere Aufgabe dar. Auf Alkohol und Nikotin muss vollständig verzichtet werden, roher Fisch sollte ebenso wie Koffein gemieden werden, und dann sind da noch diese berühmten Gelüste und Heißhungerattacken. Man sagt Schwangeren nach, sie hätten häufig ein außergewöhnliches Verlangen nach sauren Gurken. Was an diesem Gerücht dran ist und woher der besonders ausgeprägte Appetit in der Schwangerschaft kommt, darüber klären wir nun auf.

Gelüste zeigen, was der Körper braucht

Der menschliche Körper weiß, was er braucht. Wir spüren Hunger und Durst oder Appetit auf bestimmte Lebensmittel nicht ohne Grund. So, wie der Körper Wasser benötigt, wenn er dehydriert ist, benötigt er bei bestimmten Heißhungerattacken die entsprechenden Inhaltsstoffe. Das hat nicht nur mit Appetit auf Lebensmittel zu tun, sondern kann auch an einer Mangelerscheinung liegen. Hat eine Frau beispielsweise plötzlich Lust auf Schokolade, kann Unterzuckerung die Ursache sein. Heißhunger auf Erdnüsse löst der Körper beispielsweise aus, wenn er Magnesium, Zink oder Vitamin E benötigt. Wer genau auf seinen Körper hört, wird diese Situation kennen – egal ob schwanger oder nicht. Diese sollten jedoch besonders feinfühlig auf die Signale ihres Körpers hören, denn ein Mangel an Nährstoffen reduziert nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern wirkt sich auch unmittelbar auf die Versorgung des heranwachsenden Babys im Mutterleib aus.

Typische Schwangerschaftssymptome

Eine Schwangerschaft fordert dem Körper der werdenden Mutter einiges ab. Sie verbraucht mehr Energie, hat einen schwankenden Hormonhaushalt und benötigt mehr Schlaf. Diese Symptome steigen in der Regel proportional zur voranschreitenden Schwangerschaft. Typische Schwangerschaftssymptome sind neben der ausbleibenden Regelblutung bereits zu Beginn:

- Stimmungsschwankungen
- Spannungsgefühle in den Brüsten die berühmte Morgenübelkeit
- Hitzewallungen und eine veränderte Körpertemperatur

All diese Symptome sind Anzeichen dafür, dass ein Kind im Unterleib heranwächst und sollten schwangere Frauen nicht verunsichern. Durch die Veränderungen im Hormonhaushalt sind solche Probleme ganz normal.

Aber auch vermehrter Harndrang, Kreislaufprobleme und Müdigkeit gehören zu den typischen Symptomen einer Schwangerschaft. Selbst der Geschmackssinn der Schwangeren verändert sich durch die hormonelle Umstellung des Körpers innerhalb der ersten Wochen. Das kann nicht nur zu Heißhungerattacken führen, sondern auch zu plötzlicher unbegründeter Abneigung gegenüber bestimmten Lebensmitteln.

Statistisch gesehen überkommt eine Schwangere ab der neunten Schwangerschaftswoche die berüchtigte Lust auf bisher ungewohnte Lebensmittel. Eine Vegetarierin kann plötzlich eine besondere Lust auf ein Steak haben, eine passionierte Fischesserin kann ihr geliebtes Lachsfilet womöglich plötzlich nicht mehr sehen. Zwischen der neunten und vierzehnten Schwangerschaftswoche kommen Heißhungerattacken und starke Gelüste auf – bei denen oft das Verlangen nach etwas Deftigem entsteht: z.B. nach sauren Gurken.

Unverkennbarer Geschmack und gesunde Inhaltsstoffe

Eingelegte Gurken sind ein Teil des deutschen Kulturguts. Sie sind durch ihren hohen Wassergehalt besonders kalorienarm und erhalten zudem viele wichtige Nährstoffe. Die Gurken werden bei der Zubereitung mit Essig, Salz und Zucker eingelegt. Dadurch erhalten sie ihren typischen Geschmack und werden haltbar gemacht. In diesem Aufguss findet ein Stoffaustausch statt, wodurch die Gurke innerhalb einer Woche den Geschmack der Würze annimmt und mit ihrem frischen Eigengeschmack verbindet. Die klassische Variante von Gewürzgurken wird mit Paprika, Zwiebeln und ganzen Senfkörnern eingelegt.

Der dadurch entstehende einmalige Geschmack ist für den Körper einfach zuzuordnen, wenn dem Organismus bestimmte Mineralien oder Salze fehlen. Der hohe Gehalt von Natrium und Eisen macht Gurken und den Heißhunger auf sie also zum Zeichen, dass der Körper genau diese Stoffe benötigt.
In der Schwangerschaft sollte die schwangere Frau Heißhungerattacken nachgehen, dabei aber maßvoll bleiben. Ein zu hoher Konsum von Salz kann dem Körper zusetzen und ihn dehydrieren, jedoch ist der Verzehr eines ganzen Glases voller eingelegter Gurken sicherlich gesünder als der Verzehr einer Tüte Gummibären. Ein Nährstoffmangel, der nicht über die gewöhnliche Nahrungsmenge ausgeglichen werden kann, ist während einer Schwangerschaft nicht unüblich und kann durch entsprechende Präparate eingedämmt werden. Da eine schwangere Frau – zumindest dem Sprichwort nach – für zwei Personen essen muss, können Mangelerscheinungen schnell auftreten. Diese sind allerdings kein Grund zur Sorge, auch wenn ein Gang zum Arzt zur Sicherheit erfolgen sollte.

Bleiben Heißhungerattacken über längere Zeit bestehen und richten sich immer wieder auf dieselben Lebensmittel, ist ein Besuch beim Frauenarzt erforderlich, damit Mutter und Kind schnellstmöglich mit allen erforderlichen Komponenten versorgt werden können. So kann eine aus dem Gleichgewicht geratene Nährstoffbilanz wieder in geregelte Bahnen gebracht werden.

Ist der Heißhunger auf Gurken nur ein Mythos?

Es gibt zahlreiche Mythen rund um die Schwangerschaft, die sich in den Köpfen der Menschen über Generationen hinweg eingenistet haben. Früher glaubte man, das Geschlecht des Kindes lasse sich beim Geschlechtsakt beeinflussen, und noch heute glauben einige werdende Mütter, eine Beschallung des Bauches mit klassischer Musik würde den IQ des Babys von Anfang an heben. Doch welches Geschlecht das Neugeborene haben wird, hängt von den Genen und dem Zufall ab, und die Geräusche von Stimme, Herzschlag und Verdauungsorganen der Mutter übertönen Musik, die von außen kommt.

Niederländische Wissenschaftler fanden bei einer Befragung von eintausend Schwangeren heraus, dass Schwangere durchschnittlich genau so viele eingelegte Gurken verzehren wie Nicht-Schwangere. Daher ist der Heißhunger auf Essiggurken zwar statistisch gesehen ein Mythos, doch ist es wichtig, auf seinen Körper zu hören.

Dass der Mythos aufrecht erhalten wird, liegt unter anderem daran, dass der Geschmackssinn einer Schwangeren geschärft ist und dass die Konsistenz der begehrten Lebensmittel einen außergewöhnlich hohen Stellenwert bei der Nahrungsauswahl hat. So sorgen Mangelzustände und der Hormonhaushalt dafür, dass bevorzugt saure Gurken oder anderes eingelegtes Gemüse, wie etwa Silberzwiebeln, gegessen werden.

Wenn du Heißhunger auf Gurken hast, greif' einfach zu. Besonders, wenn die typische Übelkeit, die Schwangere oft erleiden müssen, zum Erbrechen führt, fehlen dem Körper Mineralien, die durch Gewürzgurken perfekt ausgeglichen werden können. Eingelegte Gurken sind gesund, gluten- und laktosefrei, vegan und enthalten keine Konservierungsstoffe. Dadurch sind sie der ideale Snack für die aufregenden neun Monate vor der Geburt!