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Tolle Knolle

Alles Wissenswerte zur Kartoffel

Tolle Knolle

Alles Wissenswerte zur Kartoffel

Es gibt viele gute Gründe, Kartoffeln zu essen. Kartoffeln sind gesund und vielseitig zuzubereiten. Auch wenn in Deutschland der Pro Kopf- Verbrauch von Kartoffeln in den letzten Jahren gesunken ist, bleibt die Kartoffel – insbesondere als Beilage – ein beliebtes Nahrungsmittel.

In unserem Artikel erfährst du alles Willenswerte rund um die tolle Knolle!

Der Weg der Kartoffel von Südamerika nach Deutschland

Mitte des 16. Jahrhunderts brachten Seefahrer die ersten Kartoffeln von Südamerika nach Europa und damit auch nach Deutschland. Die Kartoffel wurde lange Zeit von der Bevölkerung als „Hexenpflanze“ bezeichnet und abgelehnt.

Der aus Unkenntnis erfolgte Verzehr der oberirdischen, kirschgroßen Früchte hatte nämlich zu Bauchschmerzen und Atemnot geführt. Vielen Menschen war daher die unterirdisch wachsende, braune Knolle, die erst nach dem Kochen genießbar wird, suspekt. Keiner wollte sie essen.

Statt die Kartoffeln als Nahrungsmittel zu nutzen, wurden die Kartoffelpflanzen mit ihren hübschen weißen, lila- und rosafarbenen Blüten vielmehr fast ausschließlich als Zierpflanze – u. a. auch in den Lustgärten der Fürstenhöfe – verwendet.

Die Kartoffel als „Armenspeise“

Erst Ende des 18. Jahrhunderts kam der Durchbruch der Kartoffel als Grundnahrungsmittel. Während die Reichen schlemmten, herrschte bei großen Teilen der Bevölkerung Hungersnot.

König Friedrich der Große überlegte, wie er die Hungersnot bekämpfen und der Bevölkerung die Kartoffel als nahrhaftes Lebensmittel im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft machen konnte.

Er ordnete daher im Jahr 1756 per Gesetz an, dass in Preußen auf 10 Prozent der Ackerfläche Speisekartoffeln angebaut werden müssen. Angeblich ließ er die Felder sogar von Soldaten bewachen, um die Landbevölkerung neugierig zu machen.

Die Rechnung ging auf. Die schmackhafte und vor allem auch gut sättigende Kartoffel etablierte sich beim einfachen Volk als Grundnahrungsmittel.

Deutlich später erkannten auch andere Bevölkerungsschichten die Vorteile der tollen Knolle. Heutzutage ist die Kartoffel fester Bestandteil des Speisezettels geworden und steht für Vielfalt und Genuss.

Kartoffeln sind sehr nahrhaft

Kartoffeln sind aus ernährungsphysiologischer Sicht sehr wertvoll. Sie sind reich an Ballaststoffen und enthalten viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe.

Allerdings enthalten sie auch Giftstoffe. In den sogenannten „Augen“ und den grünlich verfärbten Stellen ist das Nervengift Solanin enthalten, das zu Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall führen kann. Schneide diese Stellen daher großzügig heraus.

Außerdem dürfen Kartoffeln nicht roh gegessen werden. Erst beim Kochen wird das Gemüse genießbar.

Warum haben Kartoffeln weibliche Vornamen?

Rund neunzig Prozent der deutschen Kartoffelsorten werden mit weiblichen Vornahmen bezeichnet. Klassiker sind „Linda“, „Annabelle“ oder „Sieglinde“.

Die Frage, warum das so ist, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Das Bundesamt für Landwirtschaft meint, es würde ja „die“ Kartoffel heißen und demzufolge müssten die Bezeichnungen weiblich sein.

Überlieferungen zufolge gibt es eine andere, viel schönere Erklärung. Danach sollen die Bauern ihre Kartoffeln nach ihrer hübschesten Tochter benannt haben.

Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel

In Deutschland sind über 200 Kartoffelsorten zugelassen. Dass es mehligkochende, festkochende und überwiegend festkochende Sorten gibt, dürfte den meisten bekannt sein. Auch dass es kleine und große, runde und eher längliche Kartoffeln gibt, wird wohl schon jeder von uns festgestellt werden.

Wusstest du aber auch schon, dass Kartoffeln nicht zwangsläufig eine braune Schale haben? Es gibt auch viele farbige Kartoffeln, z. B. blaue, lilafarbene und rote Knollen.

Zu den bunten Kartoffelsorten zählen u. a. die Rote Emmalie mit ihrer roten Schale und dem würzigen Geschmack, die Violette mit ihrer schwarzblauen Schale und dem kräftig- nussigen Geschmack sowie die Blaue St. Galler mit der blauen Schale und dem fein-cremigen Geschmack.

Die farbigen Kartoffeln weichen nicht nur geschmacklich leicht von den herkömmlichen, gelblichen Sorten ab. Insbesondere sorgen sie für optisch interessante Kreationen, z. B. bei der Zubereitung eines mehrfarbigen Kartoffelsalats.

Tipp: Du solltest farbige Kartoffeln mit der der Schale in einer möglichst geringen Wassermenge kochen. So bleibt die Farbe am besten erhalten.

Kartoffelzubereitung – mehr Vielfalt geht nicht!

Kaum ein Nahrungsmittel lässt sich so variantenreich zubereiten wie die Kartoffel. Ob gebraten, mit oder ohne Schale gekocht, gebacken oder frittiert, ob als Püree, Suppe oder Salat – die vielseitige Kartoffel eignet sich sowohl als Beilage als auch als Hauptgericht.

Doch welche Sorte eignet sich wofür? Das wichtigste Kriterium ist hierbei die Kocheigenschaft.

Wir geben dir einen Überblick, für welche Gerichte du festkochende, überwiegend festkochende oder mehligkochende Sorten verwenden solltest.

Festkochende Sorten

Zu den festkochenden Sorten gehören u. a. die vielseitig einsetzbare, tiefgelbe Annabelle, die gut lagerfähige, cremig schmeckende Linda, und die länglich-ovale und kräftig schmeckende Sieglinde.

Festkochende Sorten besitzen den geringsten Stärkeanteil. Sie behalten auch nach dem Kochen noch ihre feste Konsistenz.

Festkochende Sorten sind ideal für Kartoffelsalate, knusprige Bratkartoffeln mit oder ohne Speck und Zwiebeln als Beilage zu Fisch und Fleisch, leckere Kartoffelaufläufe als sättigendes Hauptgericht und köstliches Kartoffelgratin.

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Ein herzhafter Kartoffelsalat aus Mayonnaise und Kräutern lässt sich leicht mit der klassischen Sauce für Kartoffelsalat herstellen.

Es muss aber nicht immer Mayonnaise sein. Daher gibt aus der Produktreihe „Enjoy“ eine vegane Salatcreme, mit der du einen hervorragend schmeckenden Kartoffelsalat zubereiten kannst.

Möchtest du Kalorien sparen, aber dennoch nicht auf Kartoffelsalat verzichten? Dann empfehlen wir dir die leichte Sauce für Kartoffelsalat mit nur 15 % Fett.

Vorwiegend festkochende Kartoffelsorten

Vorwiegend festkochende Sorten sind u. a. die angenehm kräftig schmeckende Laura, die Toscana mit ihrer glatten Schale, die ovale Marabel und die rote Emmalie.

Der Stärkegehalt von vorwiegend festkochenden Kartoffeln ist schon deutlich höher als der von festkochenden Kartoffeln. Achte mal darauf. Die Schale weist beim Kochen kleine Risse auf.

Vorwiegend festkochende Kartoffel eigenen sich bestens für Salz- und Pellkartoffeln als Beilage zu vielen Gerichten. Sehr gut lassen sich daraus auch knusprige Pommes frites herstellen.

Mehligkochende Sorten

Mehlig kochende Sorten sind u. a. die aromatische Gala, die etwas kräftiger schmeckende Ora, die in Deutschland am häufigsten angebaute Agria und die holländische Bintje.

Die sehr stärkehaltigen Sorten sorgen im Kartoffelpüree und in Kartoffelsuppen für eine besonders cremige Konsistenz. Aber auch für Beilagen wie Gnocchi, Knödel und, Kroketten sind mehlig kochende Kartoffel optimal.

Mehlig kochende Kartoffeln eignen sich auch sehr gut zur Zubereitung der allseits beliebten Backkartoffeln. Zusammen mit einer leckeren Sour Cream werden diese gerne als Beilage gereicht. Mit Putenstreifen, Nordseekrabben oder geräuchertem Lachs kannst du daraus auch schnell ein Hauptgericht zaubern.

Fazit zur Kartoffel

Dem Preußenkönig sei Dank! Ohne seinen Kartoffelbefehl würde die Kartoffel vielleicht noch immer ein Schattendasein führen. Es wäre doch wirklich schade, wenn wir die vielen köstlichen Kartoffelzubereitungen nie kennengelernt hätten.

Das sehen übrigens sehr viele Menschen so. Zur Erinnerung und als Zeichen von Dank legen Besucher des Parks von Schloss Sanssouci in Potsdam noch heute Kartoffeln auf das Grab von Friedrich des Großen.